Fünf Tage, vier Unterkünfte, ziemlich viele Zimtschnecken und jede Menge Gründe, im Herbst nach Westschweden zu reisen.
Anfang Oktober ging es für uns für fünf Tage nach Westschweden. Eine Region, die wir bisher nicht kannten und die uns mit ihrer Mischung aus wunderschöner Natur, kleinen Küstenorten, süßen Städtchen, Fikakultur und richtig gutem Essen überrascht hat. Wir haben einen kleinen Roadtrip gemacht entlang einer Route, die uns vom Landesinneren bis an die raue Küste von Bohuslän führte.
Fünf Tage, vier Unterkünfte, ziemlich viele Zimtschnecken und jede Menge Gründe, im Herbst nach Westschweden zu reisen.
Anfang Oktober ging es für uns für fünf Tage nach Westschweden. Eine Region, die wir bisher nicht kannten und die uns mit ihrer Mischung aus wunderschöner Natur, kleinen Küstenorten, süßen Städtchen, Fikakultur und richtig gutem Essen überrascht hat. Wir haben einen kleinen Roadtrip gemacht entlang einer Route, die uns vom Landesinneren bis an die raue Küste von Bohuslän führte.
Dahlbogården: Ein guter Start auf dem Land
Unser erster Stopp führte uns nach Dahlbogården, etwa 45 Autominuten vom Flughafen Göteborg-Landvetter entfernt. Ein wunderschöner Ort auf dem Land, der Restaurant, Interior-Shop, Garten und eine kleine Unterkunft miteinander verbindet.
Übernachten kann man unter anderem im Magasinet, einem ehemaligen Getreidespeicher, der zu einem Boutiquehotel mit gerade einmal drei Doppelzimmern umgebaut wurde. Wer es etwas abenteuerlicher mag, kann sich auch in eines der architektonisch gestalteten Glamping-Zelte am Wasser einquartieren.
Kulinarisch liegt der Fokus auf saisonalen Zutaten, Fisch und Meeresfrüchten. Und natürlich darf auch ein gutes Frühstück nicht fehlen. Hausgemachtes Brot, warme Scones mit Marmelade waren nur köstlich.
Adresse: Dahlbogården Event & Rum, Hol Dalbogården 1, 441 93 Alingsås.
Alingsås: Die Hauptstadt der Fika
Am nächsten Morgen ging es weiter nach Alingsås. Die kleine Stadt liegt rund 50 Kilometer nordöstlich von Göteborg und wird auch Hauptstadt der Fika genannt.
Fika ist in Schweden viel mehr als eine Kaffeepause. Es geht darum, sich bewusst Zeit zu nehmen, zusammenzukommen, Kaffee zu trinken und etwas Süßes zu essen. Und zwar am besten, ohne aufs Handy oder auf die Uhr zu schauen. Und wie wir gelernt haben, sind Arbeitsthemen während der Fika tabu.
Während unserer Reise wurde am 4. Oktober der Kanelbullens dag in Schweden, also der Tag der Zimtschnecke, gefeiert. Ja, den gibt es wirklich. Wir haben es sogar als Gäste in die lokale Zeitung geschafft.
Unser erster Stopp war das Nygrens Café, das in einem liebevoll restaurierten ehemaligen Lagerhaus untergebracht ist. Hier ist es sehr gemütlich, die Auswahl an Zimtschnecken ist bemerkenswert. Locals stehen hier Schlange. Am nächsten Tag ging es bei einer geführten Fika-Tour weiter durch Alingsås. Hier erfährt man nicht nur, warum Kaffee und Gebäck in Schweden fast schon zum Kulturgut gehören, sondern lernt auch die Geschichte der örtlichen Kaffeehäuser kennen. Ein weiterer Tipp ist das Café Eile, das neben hausgemachtem Gebäck und Lunchgerichten auch Specialty Coffee von Kafferäven aus Göteborg serviert. Wer noch tiefer in die schwedische Kaffeekultur eintauchen möchte, sollte im Nolhaga Castle vorbeischauen. Dort widmet sich eine Ausstellung der Geschichte der Fika. Und im Park vor dem Schloss gibt es einen richtig coolen Spielplatz.
Unsere Adressen in Alingsås
Nygrens Café – Drottninggatan 27. Für Zimtschnecken, hausgemachtes Gebäck und ein besonders schönes Interieur.
Café Eile – Specialty Coffee, saisonale Lunchgerichte und hausgemachte Kuchen.
Nolhaga Castle – Ausstellung zur Geschichte der schwedischen Fika. Hier gibt es auch einen sehr schönen Spielplatz!
Grand Hotel Alingsås – Historisches Hotel von 1911 mitten in der Stadt.
Momenti Liberi – Restaurant mit italienischen Einflüssen direkt am Flüsschen Lillån.
Grebbestad: Austern und Hummer direkt aus dem Meer
Nach zwei Tagen voller Fika ging es weiter Richtung Küste, genauer gesagt nach Grebbestad in Bohuslän. Hier verändert sich die Landschaft merklich. Statt kleiner Städte und grüner Gärten bestimmen plötzlich Granitfelsen, Fischerhäuser, Boote und das Meer das Bild.
Unsere Unterkunft für die Nacht war Everts Sjöbod, ein ehemaliges Bootshaus aus dem 19. Jahrhundert, das liebevoll restauriert wurde. Die Zimmer liegen direkt am Wasser, und wer morgens aufwacht, hat die Küste praktisch vor der Tür.
Grebbestad ist besonders für seine Austern bekannt. Das kalte, saubere und salzhaltige Wasser bietet hervorragende Bedingungen für die Muscheln. Die heimischen Grebbestad-Austern gehören zur europäischen Austernart Ostrea edulis und sind als regionale Spezialität geschützt. Bei Everts Sjöbod kann man nicht nur frische Meeresfrüchte genießen, sondern auch lernen, wie Austern gesammelt und fachgerecht geöffnet werden. Der Ort und die Landschaft sind magisch! Wir waren bei stürmischem Wetter dort, haben es aber total genossen.
Adresse: Everts Sjöbod, Grönemadsvägen 61, Grebbestad.
Lådfabriken
Einer der spannendsten Übernachtungstipps unserer Route war die Lådfabriken auf der Insel Orust. Nur einen Steinwurf vom Meer entfernt liegt dieses kleine, ziemlich besondere Bed & Breakfast, das früher eine Fabrik für Holzkisten und Fischerboote war. 2008 entdeckten Johan Buskqvist und Marcel van der Eng das leerstehende Gebäude und verwandelten es mit viel Liebe, Farbe und Sammelleidenschaft für Design in ein Boutique-B&B mit gerade einmal vier Zimmern. Im Haus gibt es viele farbenfrohe Designschätze und Sammelobjekte zu entdecken. Auch beim Essen spielt Design eine Rolle. Die Gastgeber legen großen Wert auf liebevoll gedeckte Tische, besondere Gläser und saisonale Menüs mit Zutaten aus der Region. Hier wird das gemeinsame Abendessen bewusst zelebriert.
Die Hausherren bereiten das Abendessen selbst zu und sind auch die Hosts des Abends. Hier kann man außerdem Fahrräder oder Kajaks ausleihen, um die Insel zu erkunden, oder im Lesezimmer einfach die Aussicht aufs Meer genießen.
Adresse: Lådfabriken, Insel Orust.
Borås: Eine Stadt voller Streetart und Textilgeschichte
Bevor es zurück nach Berlin ging, stand noch ein letzter Stopp auf dem Programm: Borås. Die Stadt liegt rund 50 Autominuten östlich von Göteborg und ist vor allem für ihre lange Textilgeschichte bekannt. Heute verbindet sie dieses Erbe mit zeitgenössischer Kunst, Mode und Design. Besonders stolz ist man in der Stadt auf die Street-Art-Szene. Im Rahmen des Projekts No Limit Street Art wurden zahlreiche Hausfassaden und öffentliche Flächen von internationalen Künstlerinnen und Künstlern gestaltet. Ein Spaziergang durch die Innenstadt wird damit fast automatisch zum Galeriebesuch.
Wer sich für Design und Mode interessiert, sollte außerdem unbedingt das Textilmuseet besuchen. Das Museum im Textile Fashion Center beschäftigt sich mit Textilgeschichte, Mode, Gestaltung und innovativen Materialien. Ein Abstecher im Abecita Popkonst & Foto, welches in einer ehemaligen Textilfabrik untergebracht ist, lohnt sich. Wo früher Hunderte Näherinnen arbeiteten, werden heute internationale Fotografie, Pop-Art und Grafik ausgestellt.
Gerade die Verbindung von Industriekultur und zeitgenössischer Kunst macht Borås zu einem weiteren Ziel, das man bei einer Reise nach Westschweden vielleicht gar nicht direkt auf dem Schirm hat.
Unsere Adressen in Borås
Textilmuseet – Skaraborgsvägen 3. Für Textildesign, Mode und innovative Materialien.
Abecita Popkonst & Foto – Herrljungagatan 15. Fotografie und Pop-Art in einer ehemaligen Textilfabrik.
No Limit Street Art – Kunst und Murals im öffentlichen Raum.
The Company – Lunchadresse im Textile Fashion Center.
Auf ein Wiedersehen in Westschweden
Westschweden ist keine Region, die man möglichst schnell abhaken sollte. Ganz im Gegenteil. Hier geht es darum, sich Zeit zu nehmen, kleine Orte zu entdecken, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und zwischendurch einfach mal aufs Meer zu schauen. Entschleunigen kann man hier bestens.
Wer Schweden bisher vor allem mit Stockholm, Göteborg oder den roten Sommerhäusern verbunden hat, sollte unbedingt auch diese Seite des Landes kennenlernen. Gerade im Herbst ist eine Reise super, die Landschaft ist immer wunderschön, die Orte sind dafür weniger überlaufen und für eine ausgedehnte Fika ist es ohnehin nie zu kalt.
Mehr Informationen zur Region und zur Reiseplanung findet ihr auf westschweden.com.
Die Reise fand auf Einladung des West Sweden Tourist Board statt.
Bilder: Jules Villbrandt